Projekt: Willkommenskultur

Willemerschule

Stärkung der Willkommenskultur an der Willemerschule (© Günther Bauer)
Projektlehrkräfte Isabelle Schmitt (l.) und Hilde Beier (© Günther Bauer)

Wir wollen mit den Eltern auf Augenhöhe in einen wertfreien Dialog über Erziehung in verschiedenen Kulturen und Wertesystemen kommen. Mit diesem Dialog möchten wir den gegenseitigen Austausch und das Verständnis untereinander fördern. 

In einem ersten Schritt listen wir alle Sprachen auf, die an der Willemerschule gesprochen werden und sprechen Eltern gezielt an, um „Herzlich Willkommen“ in ihre Herkunftssprache und Schreibweise zu übersetzen. Mit dieser Vielzahl an Willkommensgrüßen in unterschiedlichen Sprachen bekleben wir die Haupttreppe der Schule. Dadurch wollen wir mehr Identifikation schaffen und das Willkommensgefühl verstärken.

Parallel dazu schildern wir in einem zweiten Schritt die Räumlichkeiten der Schule in unterschiedlichen Sprachen aus, um eine bessere Orientierung zu ermöglichen. Auch hier bitten wir Eltern um Mithilfe bei der Übersetzung. In einem dritten Schritt sammelt eine Arbeitsgruppe Aphorismen zum Thema „Erziehung“ auf verschiedenen Sprachen. Diese werden auf die Wände angebracht, um einen Dialog über eben jene Aphorismen in Gang zu bringen.

Während der Projektlaufzeit ergibt sich zudem die Situation, dass auch an der Willemerschule geflüchtete Kinder aufgenommen wurden. Um diesen Kindern und ihren Familien einen positiven Einstieg zu ermöglichen, intensivieren wir die Elternarbeit: Mit einer Arbeitsgruppe von Eltern, die schon länger in Frankfurt leben, werden Ideen und Möglichkeiten diskutiert und teilweise bereits umgesetzt.

Bei einem gemeinsamen Grillnachmittag mit Malaktionen an den Schulwänden versuchen wir, den Kindern und ihren Familien eine gute Anbindung zu ermöglichen und erste Kontakte herzustellen. Es bildet sich eine Gruppe von Dolmetscherinnen und Dolmetschern, die schon mehrfach hilfreich eingesetzt werden konnten.

In einem weiteren Schritt wären Patenschaften denkbar, die den geflühteten Familien den Einstieg in das Leben in Frankfurt erleichtern könnten, z. B. bei gemeinsamen Treffen auf Spielplätzen oder Ausflügen in die Umgebung. Um das System „Schule in Deutschland“ transparenter und verständlicher zu machen, sollen Elternabende in Zukunft durch Impulsvorträge zu jahrgangsspezifischen Themen ergänzt werden. Wir erhoffen uns, so den Dialog mit möglichst allen Eltern anzustoßen und zu verstärken.

Gelungenes, Überraschendes, Erfreuliches

Besonders gelungen sind die Reaktionen der Kinder selbst auf die Beklebung der Treppe im Hauptaufgang. Sie stellten sich spontan zu „ihren“ Sprachen und äußern dies auch stolz: „Das hier ist meine Sprache!“. Auch im Kollegium wird die Beklebung der Treppe als sehr gelungen begrüßt. Unser Grillnachmittag ist ein beeindruckendes Erlebnis. Die gemeinsame Malaktion und das gemeinsame Essen treffen bei allen Beteiligten auf große Zustimmung – ein schönes Schlüsselerlebnis.

Stolpersteine

Schulintern stellt hauptsächlich die geplante Sanierung einen Stolperstein dar, weil sie eine zeitliche Verzögerung für das Anbringen von Raumbeschilderungen und das dauerhafte Aufbringen von Aphorismen bedeutet. Auf Seiten der Eltern sind mangelnde Rückmeldungen bei den Übersetzungen ein kleinerer Stolperstein.

Blick in die Zukunft

Durch das Visualisieren der unterschiedlichen Sprachen in Form von Grüßen und Raumbeschilderungen wollen wir nachhaltig die Willkommenskultur an der Willemerschule stärken. Durch das Anbringen von Aphorismen an die Wände erhoffen wir uns, auch künftig immer wieder in einen Dialog mit Eltern zu kommen. Die Ergänzung durch Impulsvorträge zu jahrgangsspezifischen Themen auf den Elternabenden soll dazu beitragen, diesen Dialog nachhaltig zu verbessern. Die Gelder für Vorträge und Dolmetscherinnen und Dolmetscher müssen im Anschluss an das Projekt eventuell über andere Wege beschafft werden.

Tipp zum Nachahmen

Die Umsetzung eines derartigen Projekts erfordert einen offenen, wertschätzenden Umgang mit den unterschiedlichen Kulturen, die an einer Schule aufeinandertreffen.

Willemerschule

Adresse und Kontakt:
Willemerstraße 12
60594 Frankfurt am Main
Tel.: (069) 212-33529
E-Mail: poststelle.
willemerschule@stadt-frankfurt.de

Internet: willemerschule.de
Projekt: Willkommenskultur
Schulform: Grundschule
Anzahl der Klassen: 18
Schülerzahl: 390
Stadtteil: Sachsenhausen
Besondere Angebote: Ganztag, Inklusion, bilingualer Zweig Deutsch/Italienisch, Elterncafé

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