Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg ehrt die verstorbene erste Leiterin des Amka

Trauer um Rosi Wolf-Almanasreh

Rosi Wolf-Almanasreh de Carvalho Esteves, die erste Leiterin des Amtes für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA), verstarb am Sonntag, 30. Oktober, im Alter von 81 Jahren in Freiburg. Zwölf Jahre lang stand sie an der Spitze des 1989 gegründeten Amtes.

"Großes für Frankfurt geleistet"

Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg sagt: "Rosi Wolf-Almanasreh de Carvalho Esteves hat Großes für Frankfurt geleistet. Mit viel Pioniergeist und Idealismus hat sie die inhaltliche und methodische Arbeit des AmkA aufgebaut und wesentlich dazu beigetragen, das Amt in Frankfurt schnell als eine bekannte Größe zu etablieren. Eine Bekanntheit, die das Amt bis heute bundesweit genießt. Im Namen der Stadt Frankfurt am Main möchte ich ihrer Familie mein herzlichstes Beileid ausdrücken. Als Stadtverordnete habe ich intensiv mit Rosi Wolf-Almanasreh in ihrer Funktion als Amtsleiterin zusammengearbeitet und erlebte sie als sehr engagierte Frau für die Belange der Menschen der diversen Stadtgesellschaft."

"Ein Jahrzehnt mit großem Engagement"

Armin von Ungern-Sternberg, Leiter des Amtes für multikulturelle Angelegenheiten, sagt: "Wir trauern im AmkA um Rosi Wolf-Amanasreh de Carvalho Esteves. Sie steht stellvertretend für das erste Jahrzehnt des AmkA. Es war ein Jahrzehnt mit großem Engagement und gegen viele Widerstände. Der Weitblick und die vielen kleinen und großen Schritte, die damals gegangen wurden, verdienen auch heute noch unseren Respekt."

Die 1941 in Gießen geborene Rosi Wolf-Almanasreh de Carvalho Esteves ließ sich zunächst als Auslandskorrespondentin ausbilden. Anschließend war sie in der Industrie und den Medien tätig, bevor sie in Frankfurt den Verband binationaler Familien und Partnerschaften gründete.

Zur richtigen Zeit am richtigen Platz

Durch ihre vielseitigen Erfahrungen und Kontakte war sie als Leiterin des Amts für multikulturelle Angelegenheiten zur richtigen Zeit am richtigen Platz. Kommunikation und Vernetzung waren für die damalige Amtsleiterin der Schlüssel für ein besseres Miteinander – für die Entwicklung von Verständnis und Toleranz. Konsequent und engagiert sorgte sie für eine dichte Vernetzung der vielen Aktivitäten des Amtes mit anderen Behörden, Institutionen und migrantischen Vereinen.

In der Zeit ihres Wirkens setzte sie einen Schwerpunkt auf Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Von Beginn an waren nicht nur Zugewanderte die Zielgruppe des Amtes, sondern die gesamte Stadtbevölkerung. Diversität und die Verbesserung des gesellschaftlichen Zusammenhalts hatte sie stets im Blick. Sie war der festen Überzeugung, dass über Projekte und politische Stellungnahmen zu Antidiskriminierung, Integration und multikulturellem Zusammenleben öffentlich gesprochen werden muss: "Nur wer miteinander redet, hat die Chance sich zu verstehen."

Für ihr außergewöhnliches Engagement wurde Rosi Wolf-Almanasreh de Carvalho Esteves mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Fritz-Bauer-Preis. 2005 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz am Bande.