Stadträtin Weber grüßt muslimische Bevölkerung Frankfurts zum Ramadan

"Zeit des Nachdenkens und der Einkehr"

Mit dem Sonnenuntergang am Freitag, den 24. April – in den Berechnungen mancher Gemeinden auch bereits am Donnerstag – beginnt für die muslimische Bevölkerung auf der ganzen Welt und in Frankfurt der Fastenmonat Ramadan. 

"Barmherzigkeit und Fürsorge füreinander sowie das Nachdenken über das eigene Handeln sind Werte, die in den Tagen des Ramadans einen hohen Stellenwert haben, und die uns alle – ob religiös oder nicht – betreffen", so die Frankfurter Integrationsdezernentin Sylvia Weber.

"Mit dem Beginn des heiligen Monats Ramadan beginnt für Sie eine ganz besondere Zeit des Nachdenkens und der spirituellen Einkehr. Vieles wird in diesem Jahr anders sein, leider. Das Zusammenkommen mit der Familie, mit Freundinnen und Freunden, das gemeinschaftliche Beten und das Fastenbrechen in der Moschee und mit der Gemeinde – all das wird in der gewohnten Form nicht möglich sein. Auch auf die Kontakte in die Stadtteile müssen wir in diesem Jahr verzichten. Ein Nachbarschafts-Iftar ist an verschiedenen Orten längst zu einer guten Tradition geworden.

"Vereint auch im Engagement"

Unser aller Alltag hat sich verändert. Auch Sie standen auf einmal, geradezu von einem Tag auf den anderen, vor großen Herausforderungen. Die Moscheen sind seit einigen Wochen geschlossen; das Gemeindeleben ist damit stark eingeschränkt. Es gibt keine gemeinsamen Gebete mehr, keine Treffs, die Schüler-Nachhilfe fällt aus, Angebote der Jugendarbeit und Seniorenarbeit sind nicht mehr möglich, die Seelsorge in der Gemeinde kann nicht wie gewohnt stattfinden.

Vereint sind wir auch im Engagement. Gemeindemitglieder nähen Schutzmasken für das Pflegeheim im Viertel, Jugendliche bieten älteren Menschen in ihrer Nachbarschaft Unterstützung bei Besorgungen an, Studierende der Frankfurter Universitäten helfen in Krankenhäusern aus. Mit diesen und vielen anderen Nachbarschafts- und Unterstützungsprojekten tragen auch Sie viel zur Überwindung der Corona-Auswirkungen in unserer Stadtgesellschaft bei. Dafür sagen wir Danke!

Ramadan und Fastenbrechen

Der Ramadanist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders und der islamische Fastenmonat. Gläubige fasten von der Morgendämmerung bis zum Einbruch der Nacht. Ausgenommen sind Reisende, schwangere Frauen, Kranke und Kinder.

 

Das islamische Fest des Fastenbrechens (auch "Zuckerfest") beendet den Ramadan und zählt zu den wichtigsten Festen des Islam. Mit dem Fest bedanken sich die Gläubigen dafür, dass sie das Fasten und die damit verbundenen Anstrengungen geschafft haben. Außerdem bitten sie darum, ihre Gebete und ihre Mühe im Ramadan anzunehmen.

"Vorausschauendes, verantwortungsvolles Handeln"

Viele Gemeinden hatten, noch bevor es offiziell angeordnet wurde, ihre Moscheen geschlossen: ein vorausschauendes und verantwortungsvolles Handeln, das deutlich macht, wie wichtig Ihnen Gesundheit und der Schutz von Menschenleben sind. Auch dafür gebührt Ihnen unsere Aufmerksamkeit und unser Respekt.

Vielerorts nutzen Sie diese schwierige Zeit und erweitern Ihre digitalen Angebote: Freitagspredigten finden online statt, Bildungsformate und Beratungen werden gestreamt oder über Online-Konferenzen angeboten; viele Gemeinden intensivieren die aufsuchende oder telefonische Seelsorge. Ihr Initiativgeist passt zu Frankfurt und wie wir alle mit der Krise umgehen.

Barmherzigkeit, Fürsorge, aber auch das Nachdenken über das eigene Handeln sind Werte und Prinzipien, die in den Tagen des Ramadans einen besonders hohen Stellenwert haben. Die Bedrohung durch diese Pandemie betrifft uns alle, in verschieden Lebenslagen, global, weit über nationalstaatlichen Grenzen hinweg. Diese Gleichheit eint. Und es ist ein guter Vorsatz, auch Krisen Positives abzugewinnen, wie ihn auch die islamische Theologie kennt.

"Gebot der Barmherzigkeit"

Doch nicht für alle Menschen ist die Krise auch eine Chance. Zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen und Möglichkeiten, mit denen Menschen den Herausforderungen begegnen können. Die Krise legt auch gesellschaftliche und strukturelle Ungleichheiten in besonderer Weise frei.

Daher ist es wichtig, dass wir auch dem Gebot der Barmherzigkeit folgen und besonders betroffene und gefährdete Menschen und ihre Situation in den Blick nehmen und entsprechend handeln. Es liegt an uns allen, den Zusammenhalt, die Anerkennung und mit Sicherheit auch anderes Nachdenken über die Frage, wie wir in Zukunft zusammenleben wollen, in Frankfurt und darüber hinaus, zu befördern und gemeinsam zu gestalten.

Dieses Nachdenken ist etwas, das wir in Frankfurt alle teilen sollten – und dazu mag uns allen der kommende Monat eine gute Zeit werden.

Ramadan Kareem!“

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